Star Wars – Episode IV: Eine neue Hoffnung

F ilmkritik:

Star Wars - Episode IV

Zwei kleine Droiden und eine große unendlich erscheinende Wüste. Dies ist eine der ersten Einstellungen, die der geneigte Zuschauer von Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung sieht. Bevor er den lieblichen Robotern R2-D2 und C-3PO jedoch auf ihrer Odyssee durch das Ödland Tatooine folgt, erlebt er bereits vorher, in den ersten zehn Minuten des Space-Opera-Auftaktes eine kleinere Raumschlacht mit einem größeren Sternenzerstörer und er wohnt dem ersten Auftritt eines der legendärsten Bösewichte der Filmgeschichte bei: Darth Vader. Der schwarz behelmte General des bösen Imperiums, ein Jedi der dunklen Seite, auch Sith genannt, nimmt den Zuschauer auch heute noch, 35 Jahre nach Erstaufführung des Films, gefangen. Und dann, nach diesem spektakulären Auftakt sind da diese zwei Droiden in der großen Wüste. Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung geht allerdings nicht nach zehn Minuten die Puste aus – mitnichten. George Lucas Startschuss für eine der bekanntesten Science-Fiction-Serien der Welt ist auch heute noch ein absoluter Meilenstein der Filmgeschichte. Ein Film, den man gesehen haben muss. Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung – und beinharte Fans mögen mir diesen Satz verzeihen – ist Kitsch. Star Wars-Erfinder George Lucas, der bei Episode IV auch auf dem Regiestuhl Platz nahm, griff tief in die Fantasy-Klischee-Kiste. Anders als beispielsweise Star Trek ist Star Wars keine reine Science-Fiction. Star Wars ist mehr der Herr der Ringe in fernen Galaxien. Ging es Gene Roddenberry noch darum, mit seiner Serie Aussagen über die etwaige Zukunft der Menschheit zu stellen, ging Lucas einen anderen Weg; den des fantastischen. Lieferte Roddenberry Geschichten aus dem Physik- und Chemiebuch ab, ist die Star Wars-Saga die Darbietung einer Heldensage, ja gar eine biblische Inszenierung. Lucas schert sich nicht darum, wie „seine“ Zukunft „funktioniert“. Im Zweifelsfall gibt es immer noch die alles umfassende Kraft namens „Macht“, die man entweder dazu verwenden kann, Gutes zu tun – oder endlos Böses. Und diese Vermischung von der dem Fantasy-Genre eigenen Magie mit futuristischen Raumschiffen, edlen (Jedi-)Rittern, guten Republiken und bösen Imperien macht Star Warszu so etwas ganz besonderem. Anders als beispielsweise das „Warhammer 40.000“-Universum ist Lucas Star Wars nahezu jedem zugänglich. Die Zutaten der sich mittlerweile über sechs Filme plus diverse Animationsableger, Bücher, Spiele und sonstiges erstreckenden Sci-Fi-Opera sind ja auch altbekannt: Die Guten sind gut, die Bösen böse. Die Liebenden lieben sich. Schurken sind chaotisch aber doch irgendwie gut. Und ja, am Ende obsiegt die helle Seite der Macht – zumindest bis Disney dann im kommenden oder übernächsten Jahr Episode VII in die Kinos bringen wird. Die Charaktere von Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung könnten in ihren Grundzügen auch aus der Siegfried-Sage stammen – und selbst da gibt es mehr Grau-Schattierungen. Und dennoch, all dies ist gar nicht negativ, macht man sich bewusst, welch fantastisches, zeitloses Märchen Lucas mit Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung erschuf.

Filme-Blog Wertung: 10/10

Die alten Star Trek-Filme – man kann sie sich nicht mehr ansehen. Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung und die beiden Nachfolger habe ich mir erst vergangenes Wochenende wieder zu Gemüte geführt. Alt aussehen? Fehlanzeige. Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung erstrahlt auch auf Blu-ray in wunderbarer Optik. Und das Tolle: Das liegt nicht etwa daran, dass Meister Lucas seine Filme partout nicht in Ruhe lässt und alle paar Jahre wieder mal neue digitale Effekte und sonstigen Firlefanz einfügt, nein, es liegt an dem genialen Artdesign der kompletten Reihe. Sturmtruppen, Jedis, Lichtschwerter und der Todesstern sind heute noch genauso brillant in ihrer Simplifizierung und der klassischen Gestaltung, dass sie einfach nicht altern. Gekrönt wird die superbe Arbeit der Setdesigner und Maskenbildner nur durch den kongenialen Soundtrack von John Williams, der durch seine Star Wars-Themen weltbekannt wurde und in den Olymp der modernen Komponisten aufstieg, und noch viel mehr durch das Sounddesign. Jeder Schuss mit dem Blaster ist ein Genuss. Jeder Hieb mit dem Lichtschwert eine wahre Freude. Es gibt keinen Film, der (Sound-)Effekte so punktgenau einsetzt, wie Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung und seine Nachfolger. Diese Meisterleistung erkennt man auch daran, dass die Sounds bis heute nicht mehr geändert werden mussten. Ein Blaster in dem Videospiel „Lego Star Wars III – The Clone Wars“ oder dem Online-Rollenspiel „The Old Republic“ klingt genauso wie ein Blaster in Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung – und wehe dem ist mal nicht so; die Fans können da schnell erzürnt sein. Kein Wunder also, dass Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung Karrieresprungbrett für einige der Darsteller wurde. Harrison Ford (Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels) und Mark Hamill (Sushi Girl) zehren bis heute von dem Ruhm, den ihnen die Sternkriegssaga einbrachte. Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung zeigt, dass große Dinge auch ganz unspektakulär beginnen können; mit zwei kleinen Droiden in einer großen unendlich erscheinenden Wüste.

Filmfazit:

Der Auftakt zu einer der besten und wichtigsten Science-Fiction-Sagen der Welt. Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung ist ein zeitloses Meisterwerk – zwar mehr Fantasy als Science-Fiction, aber vielleicht gerade deshalb so gut.